CBD Studien

WAS SAGEN WISSENSCHAFTLICHE STUDIEN ÜBER DEN PLANZENINHALTSSTOFF CBD AUS?

Die Wissenschaft beschäftigt sich intensiv mit der Erforschung von Cannabidiol (CBD), wobei bereits zahlreiche CBD Studien vielversprechende Einblicke in die Wirkweise und Anwendungsmöglichkeiten des natürlichen Pflanzenstoffs geben.
Doch solche Studien sind auch mit Herausforderungen verbunden.

Im folgenden Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf die Schwierigkeiten und beleuchten aktuelle CBD Studien in wichtigen Forschungsbereichen wie der Wirksamkeit von CBD bei Schmerzen, Angst und Schlafstörungen.

Forschung und Herausforderungen

BEI KLINISCHEN CBD STUDIEN

Trotz der Tatsache, dass bereits einige Studien rund um CBD existieren, lassen die Erkenntnisse oft noch Fragen offen. Denn die meisten Ergebnisse zu CBD stammen aus Untersuchungen an Zellkulturen oder Tiermodellen, die sich nicht immer eins zu eins auf den Menschen übertragen lassen. Da klinische CBD Studien am Menschen aufwendig und teuer sind sowie sich CBD als natürlicher Wirkstoff nicht patentieren lässt, halten sich finanzstarke Konzerne bislang zurück. Dies führt dazu, dass solche Studien eher selten sind.

Evidenzbasierte Medizin

UND FEHLENDE BEWEISKETTEN BEI CBD STUDIEN

Aufgrund dieser eingeschränkten Übertragbarkeit enden viele wissenschaftliche Publikationen mit Aussagen wie „further research is needed“. Aus Sicht der evidenzbasierten Medizin ist das durchaus verständlich, erschwert jedoch Ärztinnen und Ärzten sowie Therapeutinnen und Therapeuten durch das Fehlen geschlossener Beweisketten von CBD die Anwendung.
Trotzdem gibt es Forschungsergebnisse, die auf konkrete Wirkmechanismen hinweisen. Ein Mangel an abschließenden Beweisen bedeutet nicht, dass CBD keine Wirkung hat.

Überblick

ÜBER AUSGEWÄHLTE CBD STUDIEN UND IHRE ERKENNTNISSE

Im Folgenden stellen wir Ihnen einige aktuelle CBD Studien vor. Jede dieser Untersuchungen beleuchtet unterschiedliche Aspekte der potenziellen Wirkungen von CBD, darunter die Anwendung bei Epilepsie, Stress und Angststörungen sowie Schlaf- und Schmerzproblemen.
Diese Studien bieten wertvolle Einblicke in die möglichen Einsatzbereiche von CBD und helfen Ihnen dabei, ein klareres Bild der Wirkung und Grenzen des natürlichen Wirkstoffs zu gewinnen.

CBD bei Epilepsie: Fortschritte und Zulassung eines Medikaments

Die Wirkung von CBD bei Epilepsie ist vergleichsweise gut untersucht.
Obwohl nur wenige randomisierte, kontrollierte (RCT; das ist der Mindeststandard für wissenschaftliche Evidenz) Studien durchgeführt wurden, zeigen vorhandene Ergebnisse, dass sich durch CBD die Häufigkeit von Epilepsie-Anfällen bei vielen Patientinnen und Patienten deutlich reduziert hat. Dies führte 2018 auf dem US-Markt zur Zulassung von Epidiolex®, einem reinen CBD-Präparat, das vom Pharmaunternehmen GW entwickelt wurde. Seit 2019 ist Epidiolex® auch in der EU zugelassen.

Vor allem bei therapieresistenten Formen der Epilepsie wird CBD in Kombination mit Standardtherapien als vielversprechende neue Behandlungsoption betrachtet. Darunter fallen zum Beispiel das Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom, von dem häufig Kinder betroffen sind.
Erste Studien liefern zudem Hinweise, dass auch andere Formen der Epilepsie und Krampfanfälle von CBD profitieren können. Dennoch bleibt die Notwendigkeit weiterer Forschung bestehen, um langfristige und allgemein gültige Aussagen zur Wirkung von CBD bei Epilepsie zu treffen.

CBD bei Stress und Angststörungen: Vielversprechende Ergebnisse

Neben Epilepsie zeigt CBD bei Stress und Angststörungen in ersten Studien ebenfalls großes Potenzial.
In einer bekannten CBD Studie der Universität von São Paulo wurde der Einfluss von CBD auf stressbedingte Angst untersucht: Probanden hielten eine spontane Rede zu einem unbekannten Thema vor einem Publikum, so dass für die Probanden eine Situation mit Stresspotenzial erzeugt wurde.
In dieser akuten Stresssituation zeigte sich, dass CBD angstlösend wirken kann. Die Dosierung spielt hier jedoch eine entscheidende Rolle: Die Forscher identifizierten eine „inverted U-shaped dose-response curve“. Die Dosis-Wirkungs-Kurve hatte entsprechend die Form eines umgedrehten U’s: Während mittlere Dosierungen im Experiment zu starken und statistisch signifikanten Reduktionen des Stresslevels führten (dieser Effekt war gewünscht), wirkten geringere oder sehr hohe Dosierungen hingegen nicht. Stattdessen führten sie teilweise sogar zu mehr Stress (dieser Effekt war unerwünscht).

Eine weitere umfassende wissenschaftliche CBD Studie aus dem Jahr 2015 analysierte 49 präklinische, klinische und epidemiologische Primär-Untersuchungen zu CBD als potenzieller Wirkstoff zur Behandlung von Angstzuständen.
Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial von CBD zur Unterstützung bei allgemeinen und sozialen Angststörungen, Panikerkrankungen, Zwangsstörungen und posttraumatischen Belastungsstörungen.
Allerdings haben nur wenige Studien auch die langfristige Verabreichung von CBD untersucht. Insgesamt unterstreicht die Veröffentlichung vorhandene Potenziale, dennoch sind auch hier weitere Untersuchungen wünschenswert.

CBD und besser Schlafen? Eine Studie zur Schlafqualität

Im Bereich Schlafgesundheit gibt es ebenfalls einige interessante Untersuchungen.
Eine CBD Studie der Universität von Colorado aus dem Jahr 2019 fand heraus, dass die Schlafqualität bei zwei von drei Probanden im ersten Monat der CBD Einnahme deutlich verbessert werden konnte. Allerdings nahm der Effekt im zweiten und dritten Monat wieder ab.
Ein möglicher Grund hierfür könnte ein Gewöhnungseffekt an CBD nach etwa einem Monat und relativ geringen Dosierungen von 25 bis 175 mg CBD (in Ölform) pro Tag sein. Leider gab es auch keine Kontrollgruppe und die Probanden sowie die Forscher wussten, wann sie jeweils welche Dosierung an CBD erhielten, da es sich um eine „open-label“ Studie handelte.
Daher lässt diese CBD Studie aufgrund fehlender Verblindung und Randomisierung keine allgemeingültigen Schlussfolgerungen im Sinne von evidenzbasierter Medizin zu.
Dennoch bleibt festzuhalten, dass verschiedene Quellen zusammengefasst ein Potenzial des CBD zur Förderung eines guten Schlafverhaltens attestieren.

CBD bei Schmerzen: Traditionelle und neue Anwendungen

Historisch gesehen wurde Cannabis seit Jahrhunderten zur Schmerzlinderung verschiedenster Kulturen genutzt. So zeigt in aktuellen Studien auch CBD bei Schmerzen ein vielversprechendes Potenzial.
Eine im Jahr 2019 durchgeführte CBD Studie aus den USA zeigt, dass CBD neuropathische Schmerzen signifikant lindern kann und dabei sehr gut verträglich ist. Bei den 29 Probanden konnte im Crosstest eine statistisch deutliche Verringerung starker sowie stechender Schmerzen, Kälte- und Juckreizempfindungen im Vergleich zur Placebo-Gruppe festgestellt werden.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass CBD eine wichtige Rolle in der Schmerztherapie spielen könnte, auch wenn weitere Studien zur Bestätigung dieser Erkenntnisse notwendig sind.

Fazit

ZUKUNFTSAUSSICHTEN VON CBD UND FORSCHUNG

Neben historischen Überlieferungen bieten heute auch zahlreiche CBD Studien vielversprechende Hinweise darauf, dass CBD bei verschiedenen gesundheitlichen Problemen unterstützend und vor allem unbedenklich eingesetzt werden kann.
Allerdings fehlt häufig noch eine lückenlose wissenschaftliche Beweiskette im Sinne der evidenzbasierten Medizin. Da sich CBD nicht patentieren lässt, bleibt die Finanzierung groß angelegter Studien eine Herausforderung und somit bleibt es fraglich, ob sich die Beweislücken in naher Zukunft schließen lassen.
Dennoch gibt es wenige Pflanzenstoffe, die so umfangreich erforscht werden wie CBD. Somit sind auch weitere aussagekräftige Untersuchungen, welche die positiven Erfahrungsberichte unzähliger Anwender untermauern, zu erwarten.

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